Kingklip | Zitronenpasta | Kale-Chips



Es gibt Dinge, die kann man einfach nicht. Wolfgang Ambros hat in seinem Song ‘Es ergibt si nix’ (veröffentlicht auf seinem Album ’19 Class A Numbers’) eine geniale Zeile geschrieben: ‘I glaub es gibt nix wos ma tuan kann, dass‘ an imma leiwand geht. Wann I irgendwos ned z’ambring, denk I ma, I kann’s hoid ned.’ Wenn ich irgend etwas nicht hinbekomme, denk’ ich mir, ich kann’s halt nicht. Fast schon philosophisch.

Es gibt Dinge, die wir einfach nicht verstehen. Das können Menschen sein, Handlungen, Gebrauchsanleitungen, Schicksal und manchmal auch das Verhalten unserer Zutaten beim Kochen. Mit Menschen hat man es zumeist noch leicht, man kann miteinander sprechen und sich erklären (wenn man denn miteinander spricht). Mit Handlungen, Gebrauchsanleitungen, dem Schicksal und den Zutaten kann man nicht sprechen. Da wird interpretiert und spekuliert, was das Zeug hält! Doch halt – ich spreche mit meinen Zutaten beim Kochen. Meistens sind es liebevolle, vor mich hin gemurmelte Worte, aber manchmal schreie ich mein Essen auch an. Besonders Fisch. Wenn er mal wieder so aussieht:

 

Nicht, dass ich etwas gegen Fisch hätte, ganz im Gegenteil! Ich liebe es, Fisch zuzubereiten, zu Essen und es schmeckt fast immer ausgezeichnet. Nur: Ich kann keinen Fisch anrichten. So sehr ich mir auch Mühe gebe, die Fotos meiner Fischgerichte sehen immer aus, als wäre da der Azubi im ersten Lehrjahr zugange gewesen. Es gab ein einziges Fischgericht, welches ihr hier findet, da war ich mit den Fotos des Tellers mal halbwegs zufrieden. Nur halbwegs. Und das lag mehr am Künstlerteller, der das Gericht aussehen ließ, als würde es schweben. Meeresfrüchte sind da für mich fotogener. Damit habe ich wenig bis gar keine Probleme. Aber Fisch? ‚The Horror…the Horror!’ (Colonel Kurtz, verkörpert von Marlon Brando in ‚Apocalypse Now’, am Ende des Films).

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Grausig! Aber: man soll sich seinen Ängsten stellen! Also stehe ich leicht zittrig in der Küche und stelle mich erneut der Herausforderung. Ich höre beim Kochen laute Musik, sehr laut. So dass es in der Musik untergeht, wenn ich meinen Fisch anschreie.

 Kingklip mit Zitronenpasta, Frühlingszwiebeln und Kale-Chips, für 2 Personen

 Was Kingklip ist? Nun, das ist hier nachzulesen (und auch zu kaufen).

 Für die Sauce:

120 ml crème fraîche

20 g Ingwer, geschält und halbiert

Dünn abgeschnittene Schale von einer halben Biozitrone

Saft einer Biozitrone

½ TL Safranfäden

1 TL Zucker

1 EL Süßrahmbutter

Filets von einer Biozitrone

Alle Zutaten, außer der Butter, in einem  beschichteten Saucenpfännchen langsam zum Simmern bringen und bei milder Hitze für 15 Minuten leicht köcheln. Währenddessen die Zitrone filetieren und, falls nötig, Kerne entfernen. Zitronenschale und Ingwer herausnehmen, Butter und Zitronenfilets einrühren und beiseite stellen.

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Für die Kale-Chips:

 Einige Grünkohlblätter waschen, gut trocknen (die Blätter müssen wirklich absolut trocken sein!) und in ca. 6 x 6 cm große Stücke reißen. Backofen auf 130° (vorzugsweise Umluft) vorheizen. Grillrost mit Backpapier auslegen. Die trockenen Grünkohlblätter in eine Schüssel geben, mit etwas Olivenöl beträufeln, vorsichtig mischen (die Blätter sollen nur ganz leicht vom Öl benetzt sein) und LEICHT salzen. Man neigt dazu (also ich, zumindest) die Kale-Chips zu ‘übersalzen’ – ganz wenig genügt! Mir sind sie erst beim 3. Anlauf perfekt gelungen. Die Blätter lose auf das Backpapier legen und für 15-20 Minuten im Ofen backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

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Für die Frühlingszwiebeln:

2 große Frühlingszwiebeln waschen und trimmen, das Wurzelende etwa 5 cm abschneiden und dann mit einem sehr scharfen Messer in dünne Julienne-Streifen schneiden. 2 EL neutrales Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Frühlingszwiebeln bei mäßiger Hitze leicht anrösten (die dürfen gerne ein wenig braun werden). Herausnehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Für die Pasta:

Die vorbereitete Sauce erwärmen.

Ich habe beste Eiernudeln verwendet (Pasta alla Chitarra), aber Linguine eignen sich auch. 200 g Pasta in leicht gesalzenem Wasser nach Anleitung auf der Packung gar kochen, abgießen, gut abtropfen lassen und dann in die Sauce geben und gut vermengen. Warm stellen.

Für den Kingklip:

Ein Kingklip-Filet (ohne Haut) waschen, gut trocknen und aus dem dicken Ende 4 Stücke von etwa 8 x 4 cm zurecht schneiden. Da Kingklip-Filets relative groß sind, lässt sich der ‘Verschnitt’ sehr gut zu Fishcakes verarbeiten…oder aber, man hat dankbare Fellhaie, die einem laut miauend um die Beine streichen.

Die Filetstücke mit Meersalz und weißem Pfeffer aus der Mühle leicht würzen. In einer beschichteten Pfanne 3 EL neutrales Öl erhitzen und die Filetstücke auf beiden Seiten bei mittlerer Hitze je ca. 3 Minuten braten.

Auch bei diesem Gericht kam wieder mein Kochgeschirr von d. die Pfanne® zu umfassendem Einsatz. Für mich gibt es derzeit nichts Besseres auf dem Markt für Haushaltskochgeschirr – und das zu solch moderaten Preisen. Übrigens gibt es auf Tanja’s Blog HouseNo15  noch bis zum kommenden Sonntag, dem 24.01.2016 drei Gutscheine im Wert von je 30 Euro für d. die Pfanne® zu gewinnen – schaut doch mal vorbei…

 

Ob ich mit den Fotos diesmal zufrieden bin? Nicht wirklich, aber ein Fortschritt ist sichtbar. Ich kann’s halt nicht 😦

Aber damit die ‚Drugs‘ diesmal wirklich nicht zu kurz kommen, trinken wir dazu einen Cava – Cheers!

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11 Kommentare

  1. Ich gebe dir vollkommen recht, Fisch ist schwierig anzurichten, aber diesmal ist es dir aber gelungen. Der Teller sieht sehr gut aus.

    Gefällt 1 Person

  2. Ja, irgendwie bewege ich mich mit Fisch auch in schwierigem Gewässer was das Anrichten betrifft. Auf deinen Fotos sieht es jetzt aber auch nicht so verkehrt aus. Vielleicht das Filet in drei Teile schneiden und ringsum plazieren? Ach i woas a net so recht 😉

    LG vom Bodensee
    Stephan

    Gefällt 1 Person

  3. Naja, mit den Fotos, die nicht gefallen verhält es sich so. Man ignoriert sie und sucht nur die besten aus. Wo ist das Problem? Jedes Foto wird halt nicht.

    liebe Grüße
    Christian

    Gefällt 1 Person

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