Apfelstrudel mit Datteln und Vanillesauce



Ich bin kein besonderer Freund von Süßkram, aber dieses Rezept für Apfelstrudel ohne Rosinen, selbstverständlich mit der hausgemachten Vanillesauce dazu, hat es mir angetan.

Weder die Missus noch ich mögen Rosinen, ich mag nicht mal Weintrauben (außer in flüssiger, vergorener Form). Alles, was kleine Kernchen hatte (ich sage da ‚pips‘ dazu, das kommt aus England, wo ich mal für einige Jahre gelebt habe) war für mich schon als Kind ein Graus. Obwohl Rosinen keine ‚pips‘ haben, mag ich sie trotzdem nicht besonders … aus Gründen. Apfelstrudel hingegen ist ein Klassiker, dem ich mich nicht verschließe – vor allem, weil es hier in Mecklenburg-Vorpommern an den Straßen Hunderte von Apfelbäume gibt, die quasi der Bevölkerung gehören. Im Herbst fallen die Äpfel von den Bäumen auf die Straße und werden von vorbeifahrenden Autos zermatscht und weil mir das leid tut, denn diese Äpfel schmecken viel besser als Supermarktäpfel, springe ich über meinen Schatten des Süßkramverweigerers und Nicht-Bäckers und denke mir ein Rezept für Apfelstrudel aus. Mit Datteln anstelle von Rosinen. Datteln? Ja – Datteln! Das gibt einen Apfelstrudel, der eher auf der herberen Seite ist – nicht so sehr süß, aber dafür mit immens viel Geschmack.

Klar bleiben die klassischen Zutaten unangetastet – ein Schüsschen Rum muss rein und auch gehackte,  geröstete Haselnüsse aus dem Piemont … und die Säure von Limetten unterstützt nicht nur die leicht herbe Note, sie hindert auch die Apfelstückchen am Oxidieren.

 

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Die Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Missus und mit Live-Online-Beratung von Sina Grill, die auf ihrem Blog giftigeblonde.com fast täglich über selbstgemachte Hausmannskost, nicht nur aus Österreich, schreibt. Sina war es, die mir am Anfang meiner „Foodblogger-Karriere“ immer wieder Mut gemacht hat und ich möchte ihr an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön aussprechen.

So ein Apfelstrudel ist ziemlich schnell und einfach herzustellen.

Für den Teig:

200 g Mehl Type 405
1 Prise Salz
100 g lauwarmes Wasser
40 g Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumenöl, KEIN Olivenöl)

Zutaten in eine Schüssel geben und gut durchkneten. Den Teig zu einem runden Knödel formen, mit Öl bestreichen und bei Zimmertemperatur eine Stunde stehen lassen. Wenn der Teig länger stehen sollte, abdecken.

 

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Für die Füllung:

4-5 Äpfel

15 Datteln ohne Stein, in Scheibchen geschnitten

3 EL Kristallzucker

1 TL Zimt

3 EL fein gehackte Haselnüsse (eigentlich mag ich auch Haselnüsse nicht besonders, aber seit ich die hier entdeckt habe, hat sich das schlagartig geändert – sind auch lecker über Salat gestreut, oder auf Flammkuchen)

1 Schuss guter brauner Rum (z.B. Clément)

Saft einer Limette

6 EL Süßrahmbutter, geschmolzen und leicht abgekühlt

40 g Semmelbrösel (wir haben halb und halb Semmelbrösel und Panko genommen) und 20 g Süßrahmbutter – in einer beschichteten Pfanne hellbraun geröstet und dann abgekühlt

 

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Während der Teig ruht, Äpfel schälen, in Stücke schneiden und mit dem Limettensaft beträufeln. Zucker, Zimt, Datteln, Haselnüsse und Rum dazu geben und gut vermengen.

 

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Ein Stück Backpapier auf das Backblech legen. Ofen auf 180 – 190°C vorheizen. Ein großes sauberes Geschirrtuch auf der Arbeitsfläche bereit legen.

Wenn der Teig geruht hat, die Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben und den Teig mit einem Nudelholz ausrollen. Der Teig sollte nur so dünn sein, dass man ihn noch auf das Geschirrtuch transportieren kann.
Zum Ausziehen mit beiden Händen unter die Mitte des Teiges fassen und den Teig mit sanftem Zug vorsichtig über die Handrücken gleiten lassen. Immer weiter von innen nach außen arbeiten – und lasst die Krallen drin, sonst reißt der Teig! Auch Ringe haben für diese Arbeit nichts an den Fingern verloren 😉
Wenn der Teig auf die Größe des Tuches ausgezogen ist – oder wie die traditionelle Regel es will, so dünn ist, dass man eine Zeitung hindurch lesen kann -, die flüssige Butter aufträufeln. Nicht mit dem Pinsel arbeiten, sonst könnte der Teig reißen. Die gerösteten Brösel aufstreuen. Die Bröselschicht verhindert, dass die saftige Apfelfüllung den Teig matschig macht.
Der gezogene Teig muss schnell verarbeitet werden,  weil er wegen seiner Dünne leicht brüchig wird, wenn er antrocknet.
Übrigens: Wer das Teigausziehen gut beherrscht, sprich den Teig sehr dünn hinbekommt, wird feststellen, dass am Ende gut die Hälfte des Teiges übrig bleibt. Solche Könner/innen sollten die doppelte Menge Füllung machen und einfach zwei Strudel backen (sie sind ohnehin rasch weggefuttert) oder einen fertig rollen und dann ungebacken einfrieren. So hat man immer einen Strudel in petto – für überraschenden Besuch … oder den kleinen Hunger zwischendurch 😉
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Dann die Füllung auftragen.
Die Ränder links und rechts sowie das vordere Drittel frei lassen.
Teig links und rechts einklappen, Strudel mit Hilfe des Tuchs einrollen und vorsichtig auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech setzen.
Den Strudel vorsichtig mit Butter beträufeln und  15 min. backen, dann noch einmal mit Butter bepinseln und weitere 15 min. backen.
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Mit etwas Staubzucker bestreut oder mit hausgemachter Vanillesauce servieren. Noch ofenwarm schmeckt der Apfelstrudel am besten. Für die hausgemachte Vanillesauce bitte weiterlesen…
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125 ml frische Vollmilch
125 g Sahne (mind. 30% Fett)
1 Vanilleschote
2 Freilandeier
2 EL Zucker
1 EL Mandarinen-Marmelade (für den besonderen ‚Kick‘ – wir haben eine Baum-Patenschaft bei Citrus Ricus und bekommen 2 x im Jahr die Früchte zugeschickt und als kleines Geschenk war diese leckere Marmelade dabei). Orangenmarmelade geht natürlich auch.
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Die Vanilleschote mit einem scharfen Messer längs halbieren und das Mark heraus kratzen. Milch und Sahne in einem Saucenpfännchen mit der halbierten Vanilleschote und dem Mark aufkochen, Hitze abstellen und 30 min. ziehen lassen. Vanilleschote entfernen.
Ein Ei und das Eigelb vom zweiten Ei mit dem Zucker in einer Schüssel aufschlagen und zusammen mit der Marmelade zur Milch-Sahne-Vanille-Mischung geben. Wer sich traut, so wie ich 😉 kann die Mischung direkt im beschichteten Saucenpfännchen unter ständigem Rühren mit einem silikonbeschichteten Schneebesen langsam auf 80°C erhitzen – ansonsten ist ein Wasserbad empfehlenswert. Geduld und ein wenig Gefühl ist hier gefragt – wenn die Sauce beginnt, einzudicken, muss sie sofort von der Hitze genommen werden, sonst stockt sie.
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Die Sauce über den Apfelstrudel geben und servieren.
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Verwendetes Werkzeug:

Schüsseln in verschiedenen Größen

Nudelholz

Sauberes Geschirrtuch

Backpapier

Edition 1 – die Pfanne Ø 24 cm aus Aluguss

Edition 7 – das Kochmesser (mein täglicher Begleiter in der Küche)

Edition 4 – das Saucenpfännchen

 

der Kochlöffel aus Buchenholz

der Schneebesen mir Silikonummantelung

Wie immer entstanden auch diese Rezepte in der Testküche von d. die Pfanne® – der Marke für hochwertiges Kochgeschirr und Küchenaccessoires.

https://www.diepfanne.com

 

Kategorien:Basics, Desserts, KlassikerSchlagwörter:, , , , , , , , , , , , ,

3 Kommentare

  1. Perfekt gestrudelt!

    Und danke❤️

    Gefällt 1 Person

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