Irgendwie ‚fischig‘



Kennt ihr das? Da haste schon lange vor, endlich mal einen Beitrag über ein altbewährtes und superleckeres Fischgericht zu schreiben, hast Gäste, kochst es, alles gelingt, es schmeckt wunderbar und dann sitzt Du am Schreibtisch und bearbeitest die Fotos. Suchst aus, hellst ein bisschen auf, retuschierst die Lichtreflexe weg, suchst wieder aus…und irgendwie sieht das leckere Essen aus wie Kinderbäbä! Verdammt! So was kannste nicht öffentlich machen!

Frisch, so frisch wie es hier nur geht, Kabeljau – der war vor 48 Stunden noch im Wasser! Geschmorter Wirsing mit Creme Fraîche und Dijon Senf, ein lauwarmer Salat von Berglinsen und ein Estragon-Senf-Sößchen, besser geht’s fast nicht. Comfort Food, Soulfood und alles von besten Quellen. Perfekt knusprige Haut, der Fisch grade so auf den Punkt gebraten. Die Gäste waren hocherfreut! Und doch….Kinderbäbä! Schaut euch das Trauerspiel an:

Nee – so geht das nicht! Entweder ich investiere in eine neue Kamera, schaffe mir diverse Beleuchtungskörper an, nebst einiger Screens um störende Reflexe auszuschließen, und vor allem lerne endlich mal, schön anzurichten…oder ich gebe die Bloggerei auf! Foodfrust! Nee – eher Foodbloggingfrust!

Der nächste Versuch, diesmal mit Müritzzander und einem Mangoldragout war nicht viel besser. Trotz des Hechtkaviars und der Chilifäden in der Estragonsauce. Kinderbäbä! Zumindest optisch.

Rezept? Für das Zander-Rezept lass‘ ich mich eventuell breitschlagen, aber ich verrate euch, wie man einen Fisch auf der Haut brät: 1.) das Wasser muss raus! Den Fisch mit Küchenkrepp gut abtrocknen und mit dem Messerrücken auf der hautseite so viel Feuchtigkeit, wie möglich ausstreifen (in Richtung der Schuppen, die ja nicht mehr vorhanden sind…oder sein sollten) und immer wieder mit Küchenkrepp abtrocknen. 2.) In einer beschichteten Pfanne ein klein wenig neutrales Öl erhitzen (1 TL reicht) und den Fisch auf der Hautseite braten, bis er …wie soll man das sagen? Opak wird? Also bis er fast bis nach oben durch ist. 3.) Wenden und auf der Fleischseite die Pfanne ‚küssen‘ lassen – einige Sekunden…der beste Fisch, den ihr jemals hattet! Aber sieht aus wie Kinderbäbä.

Ich geh jetzt in die Küche und mach ‚Tote Oma‚!

Kategorien:Basics, Feine Küche, HausMANNSkostSchlagwörter:, , , , , , , , , , , , , ,

7 Kommentare

  1. Schön kochen sollte man als Blogger schon können. Schön anrichten ist o.k., aber wenn man nicht schön fotografieren kann, nützt das schöne Anrichten wenig. Ich habe das auch kapieren und lernen müssen. Und ich bin noch dabei. Und Du machst gerade denselben Lernprozess durch. Mein Tipp: konzentrier Dich auf’s Fotografieren, Anrichten ist schwerer zu lernen, das muss man wohl im Blut haben.
    Beste Grüße Tilo

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    • Ach weißte, Tilo – besser fotografieren will ich eigentlich gar nicht, sonst wirds Essen kalt… ;). Mich hat nur geärgert, dass beim Fisch zweimal hintereinander das Anrichten so beknackt aussieht. Generell bin ich mit meiner Anrichterei zufrieden und wenn ich eine gute Vorlage habe, dann klappt auch das nicht so übel (siehe Rotbarbe), aber so ausm Bauch raus bin ich nicht so der ‚Anrichter‘ 😉

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  2. Zumindest wenn man noch warm essen will, wird das zusätzliche Fotografieren zu einer Herausforderung.

    Und das mit dem Wasser aus dem Fisch werde ich mal probieren. Zuletzt hatte ich schöne Kartoffeln Violetta in Sauce au vin blanc und krosser, In der Pfanne gebliebenen, Haut vom Zander. Farbklecks mit heller Sauce und weißem Fischfilet auf weißem Teller war zwar lecker, jedoch hätte selbst Esslack kein Foto mehr gerettet.

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    • Stimmt Georg! Und warm essen hat bei mir Priorität) – siehe auch ‚über meine Fotos‘). Der Trick mit dem Messerrücken um die Feuchtigkeit aus der Fischhaut zu bekommen ist übrigens vom ***Michelin Koch Thomas Keller (The French Laundry). Zanderhaut in der Pfanne geblieben? Was haste da für eine Pfanne genommen – mit einer PTFE-Beschichteten sollte das eigentlich nicht passieren, auch wenn die Fischhaut noch etwas feucht ist.

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  3. Den Zwiespalt kenne ich …. ich richte meist eine kleine Portion an, fotografiere ganz schnell (man will ja auch noch essen…) Kochen kann ich ja ganz gut, aber weder schickes Anrichten noch Fotografieren sind meine Stärken. Ich arbeite dran…
    Aber zwei Sachen: Mich nervt der Winter, da ist das Licht einfach…nicht vorhanden. Ich habe vorgebaut und mir für kleines Geld so ein Fotoszelt mit zwei leistungsstarken Tageslichtlampen gekauft….nach Jahren. Das hilft.
    Und dann gibt es noch Photoscape, kennst Du das? Da kann man bei Helligkeit und Weißabgleich herrlich schummeln….

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  4. Ich sach ja immer: Mach vorher `n Kabeljau-Casting! Ganz tun die so, als wären sie wahnsinnig fotogen. Und auf´m Teller geht dann die Zickerei los. Immer das gleiche 😉

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