Cock-a-leekie | Hühnersuppe mit Lauch und Kaiserschoten



Ein Rezept für Hühnersuppe…mitten im Sommer? Ist er jetzt völlig übergeschnappt? Jetzt wird’s aber schottisch…

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Wenn es heiß ist, sehr heiß, will man etwas erfrischendes essen. So dachte ich. So denkt man. Einen knackigen Salat vielleicht? Oder eine eisgekühlte Gazpacho? Wer denkt da an Hühnersuppe?

Das diesjährige WINturnier, das einzige Golfturnier auf Deutschlands bestem Golfplatz WINSTONlinks (lt. GOLFmagazin Mai 2015) stand unter dem Motto ‚Highland Games‘ – sehr passend für einen Golfplatz, der aus den schottischen Küstenregionen geradewegs nach Mecklenburg-Vorpommern verpflanzt worden zu sein scheint. Schottische Kleidung war gefordert und Sonderprüfungen, in Anlehnung an schottische ‚Highland Games‘ , wie Baumstamm- und Gummistiefel-Weitwurf, Bogenschießen, Hammerwerfen uvm.  waren angesagt und mussten bei Tageshöchsttemperaturen von bis zu 36°C im Schatten (welcher Schatten??) bewältigt werden.

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6 Stunden, 18 Löcher Golf, 9 Sonderprüfungen in der Gluthitze des heißesten Tages 2015…natürlich war auch die Verpflegung dem Motto angepasst und mittags wurde Cock-a-leekie angeboten, eines der schottischen Nationalgerichte aus der ‚zweiten Reihe‘ (die Erste wird komplett vom Haggis eingenommen). Schottland-affin, wie ich bin, musste ich das natürlich sofort probieren, auch wenn die heiße Suppe so gar nicht zu dem heißesten Tag des Jahres passen wollte…ABER! Auch eine heiße Suppe kann an einem heißen Tag sehr erfrischend sein – hätte ich nie gedacht, aber schon der erste Löffel hat mich überzeugt. Meine Mitspieler waren immer noch skeptisch, aber ich konnte sie überreden, das zu probieren. Das Urteil war unisono: Klasse!

Das Originalrezept, wenn es denn ein verbindliches gibt, involviert getrocknete Pflaumen oder auch Reis oder Gerstengrütze zum eindicken. Das hatten sie sich bei der Verpflegung glücklicherweise verkniffen und übrig blieb eine klare Hühnersuppe mit Lauch und Hühnchen – klar, frisch und lecker.

Ich steckte, wie so oft, in einem kleinen Dilemma: Originalrezept? Passt nicht zum Sommer! Fergus Hendersons Rezept (auch der hat in seinem Kochbuch ‚Nose to Tail Eating‚ eine Version von Cock-a-leekie)? Nee, der hat auch die Dörrpflaumen drin! Ich will die ‚klare, reine‘ Version, aber trotzdem eine Reminiszenz zum Originalrezept behalten…was könnte besser passen, als Zuckererbsen (Kaiserschoten) um die Dörrpflaumen zumindest ansatzweise zu ‚imitieren‘?

Zutaten (für einen Topf Suppe für 6 Personen)

2 Liter Geflügelfond

600 – 800 g Hühnerbrust, ohne Haut, vom freilaufend und artgerecht aufgewachsenen Huhn

4 Stangen Lauch (Porree), gewaschen und in 5 mm Scheiben geschnitten

2 Bund Frühlingszwiebeln (Lauchzwiebeln), gewaschen und in 5 mm Scheiben geschnitten

1 Packung (ca. 300 g) Zuckerschoten (Kaiserschoten)

Einen ‚Knopf‘ Gänseschmalz (oder gute Butter)

Meersalz und Pfeffer

Hühnerbrust waschen, trocken tupfen und in Würfel schneiden – die Größe, so dass die Stücke bequem auf einen Löffel passen. Fond erhitzen und die Hühnerbruststückchen etwa 10 Minuten bei mittlerer Hitze garen. Beiseite stellen.

Den Knopf Gänseschmalz (oder Butter) in einem Topf, der groß genug für alle Zutaten ist, erhitzen und den Lauch, die Frühlingszwiebeln und die Zuckerschoten für 5 Minuten bei milder Hitze anschwitzen. Mit dem Fond mit dem Hühnchen übergießen und zum Simmern bringen. Etwa 5-6 Minuten bei milder Hitze leicht köcheln, Mit Meersalz und schwarzem Pfeffer aus der Mühle abschmecken und servieren.

Wie sagt man? Es geht nichts über eine gute Suppe! Und das bei der Hitze ausprobiert zu haben, war für uns alle eine neue Erfahrung mit ziemlich überraschendem Ergebnis – heiße Suppe kann auch kühlen…und sei es nur das Mütchen 😉

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…und da lässt sogar der Maskierte die Maske fallen….

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