‚Pulled‘ Chinakohl



Muss man wirklich alles ‚pullen‘?? Die Frage habe ich kürzlich gestellt, als jemand einen ‚Pulled Lachs Burger‘ gepostet hat. Antwort: „Nein, muss man nicht“. Aber man kann.“

Aha!

Also, ich sag mal so: ‚Pulled‘ ist Englisch und bedeutet, dass etwas ‚zerrupft‘ ist. So ähnlich wie Obatzter. Der wird im Fränkischen ‚Grupfter‘ genannt 😉 Ursprünglich kommt das, wie sollte es anders sein, aus den US of A. Und zwar als ‚Pulled Pork‘, also ‚zerrupftes Schweinefleisch‘. ‚Pork‘ heißt nämlich nicht ‚Schwein‘ (das wäre dann ‚pig‘) sondern ‚Schweinefleisch‘. So wie auch ‚Beef‘ ‚Rindfleisch‘ bedeutet – ‚Rind‘ wäre ‚cow‘ oder ‚ox‘ oder ‚cattle‘. Das ist aber den ‚Pullern‘ wurscht. Da wird ‚gepullt‘, was das Zeug hält. Natürlich springen auch die Lebensmittelmultis auf den Rupfzug auf – allen voran die Danish Crown Group (‚Tulip‘)…ein echter Multi mit 7,6 Milliarden Euro Gesamtumsatz.

‚Tulip‘ Pulled Pork und Pulled Turkey gibt es in fast jedem Supermarkt, also kaufen es die Leute auch. Totgekochtes (okay, okay, ‚geschmortes‘) Fleisch, was man mit zwei Gabeln zerrupfen kann. Voller Geschmacksverstärker. Da kriegste nen Brand drauf, wie nach ner durchsoffenen Nacht. Aber das hat ja nichts mit dem selbst gesmokten (sagt man doch so, oder?) Pulledzeugs zu tun. Das wird ja gerubt und wasweisichnichtalles. Da hat der Storckracer einen herrlichen Artikel im Forum vom Grillsportverein dazu geschrieben. Viel Spaß beim Lesen!

Foodblogger machen ja bekanntlich vor nix Halt. Da wird einfach ALLES gepullt. Sogar Fisch. Phuuuh.

Ich mach heute auch mal vor nix Halt. Hat schon mal jemand ‚Pulled Chinakohl‘ gemacht? Nein? Ausprobieren! 😉

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Und wenn schon, dann auch mit Fertigzeugs. So richtig was Feines!

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Vom Chinakohl äußere Blätter mit braunen Stellen oder Punkten entfernen. Den Kohl mit einem scharfen Messer schreddern…’pullen‘ 😉 Einige EL feine Kapern (Nonpareilles) dazu geben.

Eine halbe Flasche Sylter Salatfrische drüber gießen, 1 EL Dijon-Senf und 1 EL Sardellencreme (oder -paste) dazu, mit etwas weißem Pfeffer aus der Mühle würzen (Salz brauchts keins mehr – die Sardellenpaste ist salzig genug)  und alles gut durchmischen. Mindestens eine Stunde (oder besser über Nacht im Kühlschrank) ziehen lassen.

Mit geröstetem Brot oder mit Salzkartoffeln schmeckt das….gar nicht so schlecht. Oder man hauts in nen Burger-Bun. Oder als Beilage zu…..’pulled irgendwas‘?

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Selbstverständlich könnte man anstelle der Sylter Salatfrische und der Sardellencreme aus der Tube auch ein Joghurt-Dressing rühren und beste, spanische Sardellenfilets im Mörser zu einer Paste hauen. Aber ganz ehrlich: Im Resultat werden das die Wenigsten merken.

Eine Empfehlung für die Fans von ‚Pulled Pork‘: Probiert das mal anstelle von Coleslaw zum Pulled Pork. Welche Version (mit Fertigzeugs oder mit handgemachtem Dressing) überlasse ich euch 😉

 

 

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2 Kommentare

  1. Dein Kommentar zu „pulled“ gefällt mir sehr. Ich habe auch, als ich Entenrilettes als Rezept bei mir gepostet habe, schon darüber berichtet, dass das „pullen“ eigentlich nichts Neues ist. Rilettes machten die Franzosen schon lange bevor es die USA gab. LG Hartmut

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