Was zum Henker sind denn Heirloom-Tomaten?? Ich hab die Dinger schon auf dem Radar, seit ich im Besitz meines ersten Kochbuchs von Thomas Keller, ‚The French Laundry Cookbook‘ bin. Nur hab ich sie hier noch nie bekommen.

Wer Thomas Keller ist? Jaja, hier in Deutschland spricht man von Harald Wohlfahrt und natürlich Kevin Fehling, Sven Elverfeld und Christian Jürgens (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) wenn man an 3 Michelin*** denkt, aber mal ehrlich – diese zehn bis vierzehngängigen Menüs, die die heute alle servieren, gehen auf einen Mann zurück: Thomas Keller, einer von nur 2 Chefköchen, der mit mehreren Restaurants vom Guide Michelin mit 3 Sternen bewertet ist (der andere ist Alain Ducasse, glaube ich). Es war Thomas Keller, der mit diesen kleinen Gängen, die immer Lust auf mehr machen, angefangen hat – in seinem Restaurant ‚The French Laundry‘ in Yountville, Napa Valley, Kalifornien, US of A. Ein bescheidener Mann, der seine Zutaten liebt (seine Fische lagert er auf dem Bauch im Kühlschrank, so wie sie im Leben geschwommen sind).

 

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Es gibt wahrscheinlich nur einen Grund, warum seine Kochbücher nicht auch in Deutschland Kult wurden – sie werden nicht auf Deutsch übersetzt! In der englischsprachigen Welt hingegen sind seine Kochbücher Meilensteine – wenn auch fürs Hausmütterchen am Herd weder zu verstehen, noch nachzukochen. Der Mann hat der Spitzengastronomie seinen Stempel aufgedrückt wie kaum ein anderer (wenn ein Spitzenkoch hier mitliest, wird er mir mit gesenktem Blick Recht geben). In eben diesem Kochbuch gibt es ein Rezept für eine ‚Heirloom Tomato Tart‘ und ich habe mir die Finger wund gesucht, diese Tomaten aufzutreiben – ohne Erfolg!

Doch dann, wieder aufgetaucht aus meinem vierwöchigen Aufenthalt im sozialen Souterrain der Reha-Klinik, fuhr ich im Anschluss an meinen Physio-Termin in der Hauptstadt beim Frischeparadies zum Einkaufen vorbei….und wurde fündig!

 

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Was Heirloom-Tomaten sind? Na, eigentlich alte Tomatensorten, die kaum mehr auf dem Markt sind, aber derzeit offensichtlich eine Renaissance erfahren. Unterschiedliche Farben, Texturen, Geschmack. Süße, Säure, fleischig, weich – you name it!

Das ist mal ein ‚Trend‘ nach meinem Geschmack! Zurück zu den ‚alten‘ Sorten und zur artgerechten Aufzucht – beim Gemüse, beim Fleisch und hoffentlich bald auch wieder mehr beim Fisch – das modderige Aquakulturzeug au Massenproduktion kann man sich nur wirklich sparen. Wir hatten grade einen Eismeer-Saibling (Foto unten), überhaupt kein Vergleich zu den hierzulande meist angebotenen Modder-Saiblingen (auch wenn sie im Trend liegen mögen – ICH MAG SO WAS NICHT!)

 

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Natürlich gibt es im Frischeparadies auch Burrata, den Trendkäse, der Mozzarella sehr ähnlich ist und in dessen Innerem sich eine Masse aus Sahne und Mozzarellasträngen befindet – allerdings zumeist aus Kuhmilch gemacht wird (was auch gut ist, denn die Büffelmozzarella-Mafia mit ihren tierverachtenden Methoden kann mir gestohlen bleiben).

Ab hier gibt es nicht mehr viel zu sagen – der Rest ist Anrichten.

 

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Die Tomaten waschen, in Scheiben schneiden und ihrer ursprünglichen Form wieder zuführen. Mit Burrata anrichten, paar Basilikumzweige drauf, mit allerbestem Olivenöl und noch besserem Aceto Balsamico beträufeln (nein, nicht das 5 Euro/500 ml Zeugs aus dem Supermarkt – ein gescheiter Balsamico kostet (leider) das Zwanzigfache), Meersalzflocken und frisch gemahlenen Kerala-Pfeffer aus der Mühle drüber und mit Ciabatta oder einem anderen hellen Brot servieren (am besten selbst gebacken, aber darüber später mehr).

 

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Manchmal braucht es nur die besten Zutaten und kein Rezept. Genussfaktor: 100%! Schönes Wochenende!

 

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3 thoughts on “Heirloom-Tomaten und Burrata

  1. Einfache Dinge in bester Qualität, das ist sogar was für Hausmütterchen wie mich. 😉
    Ich lass Dir zum Thema Heirloom-Gemüse mal einen Link hier – falls Du bei deiner Recherche nicht ohnehin schon über das leidige Thema gestolpert bist.
    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/Verbotenes-Gemuese,sendung511572.html

    LG von Oli, die sich was das angeht wohl zum Widerstand zählen muss.
    (Da wo ich mein Saatgut kaufe, steht dann tatsächlich dabei, dass man es nur hobbymässig und zu Zierzwecken anbauen darf. WTF!?)

    Gefällt 1 Person

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