„Ich lebe von guter Suppe und nicht von schöner Rede“



…sagte im Jahre 1672 schon Molière in seiner Komödie ‚Die gelehrten Frauen‘ und recht hatte er. Das geflügelte Wort fällt mir oft recht schwer; in der Küche kreativ zu sein hingegen gar nicht.

Ich habe hier für euch eine Basis, einen Baustein, inspiriert von der katalanischen Landesküche – eine Suppe oder ein Eintopf, wie man will, mit viel Überraschung am Gaumen und einen wunderbaren Tipp für getrocknete Bohnen.

Getrocknete Bohnen müssen mindestens über Nacht eingeweicht werden, richtig?

Falsch! Es gibt auch eine beschleunigte Version, die absolut zuverlässig funktioniert! Bohnen in einem Topf mit drei Finger breit Wasser bedecken, zum Kochen bringen und bei großer Hitze für eine Minute kochen, dabei mehrmals umrühren. Vom Herd nehmen, eine Stunde abkühlen lassen, abgießen und mit kaltem Wasser spülen. Fertig!

Zur Suppe, Legionäre!

Dieses Basisrezept für eine spätsommerliche (warum ’sommerlich‘, dazu komme ich noch) Bohnen-Kartoffelsuppe lässt sich völlig vegan zubereiten, aber auch katalanisch ‚mar y muntanya‘ (also ‚Meer und Berge‘) mit Fisch, oder mit Huhn, aber auch mit Rind oder Schwein. Die Basis bleibt gleich – nur die Kochflüssigkeit, also der Fond, und die nichtveganen Einlagen variieren. Das ’spätsommerliche Element‘ ist die Säure des Weißweins und der Biozitrone (Schale und Saft) – was bekanntlich beides hervorragend mit Olivenöl und Thymian harmoniert. Kocht diese Suppe, oder kocht sie als Eintopf – kulinarisches ‚Aha-Erlebnis‘ ist garantiert!

Zutaten für 4 hungrige Esser:

300 g kleine, weiße Bohnen – entweder über Nacht gewässert oder nach der schnellen Methode, wie oben beschrieben

500 g mehlig kochende Kartoffeln, geschält und in grobe Stücke geschnitten

2 Stangen Sellerie, geschält und in Scheibchen geschnitten

4-5 kleine Karotten, geschält und in Scheibchen geschnitten

3 Zwiebeln und 5 Knoblauchzehen, in Würfelchen geschnitten

Eine Handvoll frische Thymianzweige

Eine Handvoll Petersilie, grob gehackt (ich bevorzuge hierfür krause Petersilie)

1 Biozitrone, die Hälfte der Schale dünn abgeschnitten (ohne das weiße Zeug) und den Saft gepresst

2 Gläser guter, trockener Weißwein (Sauvignon Blanc oder Gelber Muskateller ist gut – keine Plörre, die oft als ‚Kochwein‘ bezeichnet wird)

100 ml bestes Olivenöl extra vergine (die Menge mag exzessiv erscheinen, aber das ist hier eines der ‚Salze in der Suppe‘!)

1 EL Zucker

Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

2 Liter Fond – ob Gemüsefond, Geflügelfond, Kalbs- oder Fischfond hängt von der Einlage ab, für die ihr euch entscheidet (oder auch nicht)

Olivenöl in einem ausreichend großen Topf erhitzen und Zwiebeln, Knoblauch, Karotten, Sellerie und den Thymian für 5-7 Minuten anschwitzen. Temperatur erhöhen, Kartoffeln dazu geben und für 5 Minuten unter gelegentlichem Rühren braten. Mit Zucker, etwas Meersalz und Pfefferaus der Mühle würzen und mit dem Weißwein ablöschen. Bohnen, Zitronenschalen und Fond dazu geben und aufkochen, Temperatur zurück nehmen und für zwei Stunden sanft köcheln lassen. Falls nötig, von Zeit zu Zeit mit etwas Wasser auffüllen.

Zu welchem Zeitpunkt die Einlage dazu kommt, hängt…genau! Von der Einlage ab!

Wenn Fisch (Kabeljau oder auch Seeteufel, in Stücke geschnitten ist gut, oder…vielleicht mal mit Stockfisch?), dann etwa 20 Minuten vor Ende der Kochzeit. Passt sehr gut in den Spätsommer –  ‚mar y muntanya‘!

Huhn braucht ein wenig länger – etwa 30 Minuten. Hühnerbrust, aber auch Schenkel machen sich gut.

Rind, Schwein oder Kalb – der Auswahl des Stückes sind keine Grenzen gesetzt – entsprechend dem Zuschnitt. Filet braucht nicht länger als der Fisch, ‚derbere‘ Stücke brauchen die gesamte Kochzeit.

Auch etwas ‚gekasslertes‘ ist denkbar – oder eben ganz vegan.

Feel free to express yourself!

Kurz vor Ende der Kochzeit den Zitronensaft zugeben. Vor dem Servieren die Thymianstiele aus der Suppe fischen und die gehackte Petersilie zugeben. Mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken und servieren. Bei der veganen Version passt mit Knoblauch und Tomate abgeriebenes und geröstetes Bauernbrot dazu. Mit ausreichend Wein – passend zur Einlage servieren. Lasst euch das mal schmecken – die Säure vom Wein und der Zitrone geben, zusammen mit dem frischen Thymian und dem Olivenöl den spätsommerlichen Kick!

Kategorien:Basics, HausMANNSkost, Klassiker, VeganSchlagwörter:, , , , , , , , , , , , ,

2 Kommentare

  1. Das liest sich sehr lecker, wieder einmal!

    Gefällt 1 Person

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