Rendang Daging Sapi – in Kokosmilch geschmortes Rindfleisch aus der indonesischen Padang-Küche



Rendang ist ein Dorf im Karangasem District auf der indonesischen Insel Bali. Man hat einen atemberaubenden Blick über Reisterrassen hinweg auf den Gunung Agung (indonesisch ‚hoher Berg‘), einen 3.142 Meter hohen, aktiven Vulkan, an dessen Südwestflanke sich, in 900 Metern Höhe, der Muttertempel der balinesischen Hindus, Purah Besakih, befindet.

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Rendang ist aber auch ein unverzichtbarer Bestandteil der berühmten Padang-Küche (‚Masakan Padang‘) und heißt mit vollem Namen Rendang Daging Sapi (‚Rendang Rindfleisch‘). Im folgenden Foto (ganz links im Bild das Rendang) zeige ich Euch, wie Masakan Padang serviert wird – traditionell werden alle Gerichte auf dem Tisch zwischen den Essern gestapelt, man bekommt einen Teller mit gekochtem Reis (‚Nasi Putih‘) und ein Glas Tee. Bezahlt wird nur, was angerührt wurde, jeder isst, was er mag, und über die verschmähten Gerichte werden sich die nächsten Gäste freuen.

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Diese Küche ist in Padang, einer großen Hafenstadt in West-Sumatra, beheimatet und hat sich über ganz Südostasien verbreitet. In Europa wird man, außer in Holland (Indonesien war bis zum Ende des indonesischen Unabhängigkeitskrieges 1949 holländische Kolonie), wo heute noch sehr viele Indonesier leben, die Padang-Küche kaum antreffen. Deshalb werde ich von Zeit zu Zeit ein Rezept aus diesem großartigen Sammelsurium scharfer asiatischer Speisen posten.

Nachkochen ist leicht, die Zutaten bekommt man im Asia-Supermarkt oder online, und wenn mal etwas fehlt, dann kann es ersetzt oder auch weggelassen werden. Die Resultate werden für Liebhaber stark gewürzter, scharfer asiatischer Speisen immer noch grandios sein!

Rendang wurde übrigens 2011 bei einer Online-Befragung von CNN International zum schmackhaftesten Gericht der Welt gewählt (Quelle: hier)!

Es lohnt sich, eine große Portion Rendang zu kochen, denn es hält sich, allein schon wegen der Gewürze und Chilies, für einige Tage und wird mit jedem Tag besser! Tatsächlich ist diese Zubereitungsmethode schlicht eine Form der Haltbarmachung aus den Zeiten vor der Erfindung des Kühlschranks.

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Zutaten: 2 kg mageren Rinderbraten – dicker Bug oder falsches Filet eignen sich hervorragend, da diese cuts auch bei langer Kochzeit ihre Integrität behalten.

2 Zwiebeln, geschält und grob geschnitten

6 Zehen Knoblauch, geschält und grob geschnitten

30 g frischer Ingwer, geschält und grob geschnitten

6 – 20 scharfe Chilies, halbiert

500 ml Kokosmilch

2 TL Salz

1 TL Kurkumapulver

10 getrocknete scharfe Chilies

2 TL Koriandersamen

1 TL Pimentbeeren

1 TL Kreuzkümmel (Cumin)

3 KaffirLimettenblätter

1 TL Tamarind-Paste

2 EL Zucker

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Getrocknete Chilies, Piment, Koriander und Kreuzkümmel im Mörser pulverisieren.

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Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und frische Chilies mit 100 ml der Kokosmilch mit dem Stabmixer oder in einer Küchenmaschine pürieren und mit der übrigen Kokosmilch und den Gewürzen – außer der Tamarind-Paste und dem Zucker – in einen Topf geben.

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Fleisch in etwa 3 x 5 cm große Stücke schneiden, in den Topf geben und zum Kochen bringen.

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Auf mittlere Hitze zurück nehmen, Tamarind-Paste untermischen (wer mag, mogelt nun noch etwas rote Currypaste oder Tom Yum Würzpaste hinein…) und offen 2 1/2 Stunden köcheln lassen. Gelegentlich gut umrühren. Gegen Ende der Kochzeit sollte die Flüssigkeit fast vollständig verkocht sein und das Öl beginnt sich von der Kokosmilch zu trennen. 2 EL Zucker dazu geben und das Fleisch unter ständigem Rühren bei moderater Hitze anrösten – das dauert etwas 15 Minuten. Dies ist kein ‚Curry‘ in einer flüssigen Sauce! Das Fleisch soll die Sauce fast vollständig absorbieren. Also Geduld – nur so bekommt ihr ein authentisches Rendang!

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Reis aufsetzen (1 Tasse Reis, 1 1/2 Tassen Wasser), zum Kochen bringen, zudecken, und Temperatur auf minimale Hitze zurücknehmen. Nach 17 Minuten den Deckel abnehmen und den Reis gut umrühren.

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Am Vortag hatte ich Zuckerschoten klein geschnitten und mit Knoblauch, Ingwer und Chilies in etwas Erdnussöl für 2 Minuten angebraten. Eine in dünne Ringe geschnittenen Schalotte und 1 EL süße Sojasauce (Ketjap Manis) dazu, gut umrühren und über Nacht kühl stellen. Eigentlich wollte ich das klassische Sambal Goreng Buncis (mit Bohnen) dazu machen, aber Bohnen gibt es z.Zt. nicht und die Zuckerschoten sind ein durchaus brauchbarer Ersatz.

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Serviert wird, ganz unprätentiös und ohne Deko, auf einem Teller und traditionell, wie in Indonesien, mit Löffel und Gabel gegessen.

Demnächst unter der Rubrik ‚Padang-Küche‘: Gulai Ayam (Hühnchencurry Padang Style).

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Kategorien:Asiatisch, Padang-KücheSchlagwörter:, , , , , , , , , , ,

13 Kommentare

  1. Sehr genial. Werd´s definitiv abkupfern

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  2. was soll ich sagen? DAS könnte ich mir jetzt gut auf meinem Teller vorstellen.
    Ich hab ähnliches, aber nicht sooo ausgefeiltes gekocht, ist am Samstag bei mir zu finden,..aber deines sollte ich mal genauso kochen!

    Liebe Grüße Sina

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    • Da bin ich gespannt, liebe Sina! Und danke Dir – ist aber nichts Ausgefeiltes…einfach ein klassisches Rezept von dort. Seit ich vor über 30 Jahren dort gelebt hatte, bin ich hoffnungslos verloren, was die indonesische Küche betrifft!
      Ganz liebe Grüße
      Tommy

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      • Kann ich mir lebhaft vorstellen! Ich konnte thailändische Küche kennenlernen, von Kollegen die hier in Wien gearbeitet haben, und DAS war auch einfach göttlich!
        Liebe Grüße Sina

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  3. Hört sich geil an, wird in den nächsten Tagen ausprobiert. Eine Frage hätte ich noch, werden die Bohnen bzw die Zuckerschoten noch mal aufgewärmt oder ißt man die kalt als Beilage?

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  4. Hallo!
    Was sind Pimentbeeren?
    Danke und liebgruss Bri

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  5. Das rezept ist fast richtig, nur das echtes rendang 12 stunden gekocht wird und das im geschlossenen topf!!! Nur dann wird es so zart. Die faule methode funktioniert nur mit von anfang an zartem fleisch. Dieses gericht ähnelt vom kochprozess eher einem gulasch das am ende!!! Ca stunde 11-12 offen gekocht wird. Ansonsten aber alles richtig!

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